Unsere Schafpudel
Im Zuge unserer Suche nach einer geeigneten Schafrasse hörten wir auch
von Schafpudeln. Natürlich kannten wir diese Hunderasse nicht, waren
aber neugierig und machten uns erst mal schlau. Im Internet fanden wir einige
interessante Artikel und die Adresse einer Züchterin ganz in unserer
Nähe. Die Bilder und Informationen von und über Schafpudel machten
uns neugierig und wir besuchten die Züchterin, um uns die Schafpudel
anzusehen.
Als wir auf den Hof kamen, sahen wir in einem Zwinger mehrere Schafpudel,
die uns schwanzwedelnd anschauten und NICHT BELLTEN!! An einem Stalltor war
ein weiterer Schafpudel an einer langen Leine angebunden, der uns ebenfalls
nicht anbellte, obwohl wir Fremde waren. Das war ein riesen Pluspunkt, den
die Hunde sofort von uns bekamen. Es gibt sicher viele Leute, die Wert auf
einen Hund legen, der sich die Seele aus dem Leib bellt, wenn Eindringlinge
sich auch nur seinem Grundstück nähern. Wir bevorzugen aber ruhige
Hunde.
Im Zwinger saß in der ersten Reihe ein dunkler Welpe, der
uns mit solch einem unglaublichen Blick ansah, daß wir ihn sofort vom
Fleck weg gekauft haben. Das ist nun unsere Flora.
Als im Februar 2005 Flora Mutter von 4 süßen Welpen wurde, haben wir schweren Herzens 3 Welpen verkauft und den liebsten, schönsten, klügsten und knuffigsten namens Mattis behalten. Die Entscheidung hat sich als richtig herausgestellt. Als Welpe lernte er schnell den Grundgehorsam und wird, wenn alles so gut weitergeht, mich in meiner Arbeit einmal als Therapiebegleithund unterstützen.
Für alle, die sich für Schafpudel interessieren, hier ein paar Infos:
Geschichte... Der Schafpudel oder auch Hütepudel gehört zu den wohl ältesten, bodenständigen deutschen Hütehunden. Seine Wurzeln reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Und doch ist seine Herkunft nicht ganz geklärt.
Ein Individualist .... Mit Ausdauer und Arbeitsfreude versehen die Schafpudel ihren Dienst bei den Schäfern an der Herde. Widerstandsfähig und robust wird diesem Hund kaum eine Arbeit zuviel. Klug und leistungswillig gibt es kaum eine Aufgabe, welcher der Schafpudel nicht gewachsen wäre. Aufmerksam reagiert er auf jeden Wink und ist dabei ausgesprochen anhänglich und gutmütig.
Vom Aussterben bedroht?.... Aber durch die Veränderung unserer Kulturlandschaft verschwindet die Wanderschäferei langsam. Und dies führt dazu, dass der Schafpudel, trotz seiner über die Jahre in Fachkreisen gerühmten ausgeprägten Gelehrigkeit, Ausdauer, Anspruchslosigkeit und Widerstandsfähigkeit und seinem knuffigen Aussehen, kurz davor steht, auszusterben.
Das Schattendasein ein Glücksfall?.... Für den Erhalt des Schafpudels haben sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder einige Enthusiasten eingesetzt und doch hat er nie die Anerkennung erfahren, die ihm gebührt. Er führt ein Schattendasein. Vielleicht war dies auch ein Glücksfall(!?), denn wie sagt ein Schafpudel-Kenner:
Es waren immer Leute da, die sich um die Schafpudel gekümmert haben, sonst hätte die Rasse sicherlich nicht überlebt. Man hat bloß nicht viel Theater um die Hunde gemacht, dadurch ist ihnen viel Leid, das wir aus der aktuellen Kynologie kennen, bislang erspart geblieben. Und so soll es bleiben!
Erziehung... Hütehunde brauchen in der Erziehung aufgrund ihrer Intelligenz und Selbständigkeit ein großes Maß an liebevoller Konsequenz. Fehlt die Konsequenz wird er auch beim Profi bald den Bogen raus haben und versuchen, seinen eigenen Kopf durchzusetzen.
Das Aussehen .... Für den Schafpudel gibt es keine genau festgelegten Rassekennzeichen. Vielmehr bestimmt seine Verwendung sein Wesen und seine allgemeine Erscheinung. Der Schafpudel ist ein mittelgroßer, untersetzter, nicht zu lang gebauter Hund mit ausgesprochenem Zotthaar und Behang. Der ruhige Blick der dunkelbraunen Augen wirkt überaus anziehend.
Die Heimat... des Schafpudels ist die norddeutsche Tiefebene über Niedersachsen bis Mecklenburg-Vorpommern. Als Arbeitshund der Schäfer war der Schafpudel schon im 19. Jahrhundert bekannt, fand aber außerhalb seines Lebensbereiches keine Verbreitung.
Ein Familienhund? ... In den letzten Jahren kommen mehr und mehr Hunde auch in private Hände. Als reiner Familienhund ist der Schafpudel nur bedingt geeignet. Er besitzt eine enge Beziehung zum Menschen und möchte sich ständig in dessen Nähe aufhalten. Da er immer noch ein Arbeitshund ist, verlangt er nach einer sinnvollen intensiven Beschäftigung. Einmal abends eine Runde um den Häuserblock oder nur so Spazierengehen reicht für ihn nicht aus.
(Auszug aus einem Text der Internetseite www.schafpudel.net )