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Tiergestützte Aktivitäten - Seite 2

Die besonderen Fähigkeiten der Tiere
Was bewirken Tiere? - Körperliche Auswirkungen
Was bewirken Tiere? - Psychische Auswirkungen
Was bewirken Tiere? - Mentale Auswirkungen
Was bewirken Tiere? - Soziale Auswirkungen
Welche Tiere eignen sich als Begleiter?
Tiere in der Tiergestützten Therapie - Definition Therapie

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Die besonderen Fähigkeiten der Tiere
Die Wirkungen, die von Tieren ausgehen können, sind vielfältig: Wissenschaftler unterscheiden physiologische Faktoren wie ein geringeres Herzinfarktrisiko und psychische Effekte, dazu gehört der Abbau von Aggressionen oder Depressionen. Tiere können außerdem einen sozialen Effekt haben, indem sie Gesprächsstoff bieten oder Kontakte zu anderen Menschen leichter machen.

Wenn ich mit meinem Hund ins Kinderheim komme, steht dieser sofort im Mittelpunkt des Interesses der Kinder. Sie rufen ihn beim Namen, sie lächeln oder lachen, versuchen ihn anzulocken. Jedes Kind möchte, daß der Hund zu ihm kommt. Sie möchten ihm sogleich ein Leckerli geben, hocken sich hin, um auf einer Höhe mit ihm zu sein. Die Stimmung ist sofort gelöst, freundlich und zugewandt. Der Hund sorgt für Entspannung und gute Stimmung.

Eines unserer Kinder ist übergewichtig. Es geht 3 mal pro Woche für eine Stunde mit dem Hund spazieren. Wir wissen, daß das Kind so in die Bewegung kommt, dabei Herz und Kreislauf in Schwung bringt und abnimmt. Das alles so "nebenbei", denn der Spaziergang mit dem Hund steht im Mittelpunkt und nicht die medizinische Notwendigkeit einer Gewichtsreduzierung.

Seit einigen Wochen haben wir im Kinderheim ein Aquarium. Die Beschäftigung mit dem Bassin, mit Sand, Wasser, Pflanzen und letztendlich den Fischen ist von großem Interesse für die Kinder und sorgt für eine entspannte Atmosphäre. Die Kinder machen sich sachkundig, haben eine sinnvolle Beschäftigung, übernehmen Verantwortung. Die Aggressionsbereitschaft sinkt; es gibt ein soziales Miteinander. Außerdem wirkt sich das Beobachten der Fische im Aquarium positiv auf Blutdruck und Herzfrequenz aus.

Der englische Medizinprofessor Gareth Williams vermutet, dass Hunde in der Lage sind, Menschen mit Diabetes zu warnen, bevor deren Blutzuckerspiegel zu stark absinkt. Anscheinend gehen einer Unterzuckerung unbewusste Verhaltensweisen voraus. Als "Frühwarner" fungieren auch die sogenannten Epilepsie-Hunde, die spüren können, wenn ein Anfall droht.

In Großbritannien untersuchen Wissenschaftler seit einiger Zeit, ob man Hunde zur Früherkennung von Prostata-, Lungen- und Brustkrebs einsetzen kann. Sie wollen die Tiere darauf trainieren, Krebszellen im Urin von Patienten zu erschnüffeln. Versuche in den USA hätten gezeigt, dass Hunde den Urin von Krebspatienten am Geruch erkennen.

Tiere und alte Menschen / Haus Müller
Am Möhnesee im Sauerland gibt es eine Einrichtung für alte Menschen, die ihre Tiere mitbringen dürfen und/oder die dort lebenden Tiere umsorgen können. In dieser Einrichtung leben 500 Tiere und ca 55 alte Menschen. Es gibt dort Schafe, Hunde, Katzen, Papageien, Kaninchen und ein Pferd.
Zitat: Die Alten halten die Tiere am Leben - und die Tiere ein bisschen auch die Alten, die in "Haus Müller" glücklicher leben und womöglich später sterben als anderswo...

Tierbesuchsdienste, zum Beispiel in Altersheimen, Krankenhäusern oder Schulen werden immer beliebter. Auch hier ist man übereinstimmend der Meinung, daß die Schmusestunde gut für die Seele ist und die Lebensfreude zurückkehren läßt.

Was bewirken Tiere? - Körperliche Auswirkungen

Was bewirken Tiere? - Psychische Auswirkungen

Was bewirken Tiere? - Mentale Auswirkungen

Was bewirken Tiere? - Soziale Auswirkungen


Welche Tiere eignen sich als Begleiter?
Grundsätzlich sollten die Tiere, die als Co-Therapeuten eingesetzt werden, an Menschen gewöhnt sein, sie kennen, sozial mit ihnen zusammenleben, gesund und friedfertig sein, fremde Menschen und ungewohnte Geräusche akzeptieren, Kommandos kennen und befolgen und von ihren Merkmalen her zu dem Menschen passen, dessen therapeutischer Begleiter sie werden sollen. Die Tiere sollten sich durch deutliche Körpersprachsignale ausdrücken können, also Furcht, Neugierde, Freude, Angriffslust, Interesse etc. zeigen, Gefühle, die dem Menschen bekannt sind. Nur dann können wir sie verstehen, mit ihnen nonverbal kommunizieren und eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Wir können uns in ihnen wiederfinden.

Hunde, Katzen, Vögel, Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten, Fische, Pferde und Lamas finden wir als Co-Therapeuten bei der tiergest. Therapie und Aktivität sowie in der Pädagogik.

Lebhafte Tiere können antriebsarme Patienten motivieren, können jedoch auch ältere Menschen mit ihrem Temperament überfordern. Eine Schildkröte kann ein hyperaktives Kind zur Ruhe animieren, es kann jedoch auch sein, daß das Kind nicht in der Lage ist, sich auf ein so langsamen Tier einzustellen. Dann wird sich ein therapeutischer Erfolg nicht einstellen.
Junge Tiere mit ihrer besonderen Physiognomie (Kindchen-Schema), tollpatschigen Bewegungen, Verspieltheit, Unbefangenheit und Lautstärke können schnell Kontakt herstellen, Schutzinstinkte im Patienten wecken und ihn zum Lachen bringen. Für kranke, schwerkranke oder Koma-Patienten wäre so ein Tier nicht geeignet.

Ein erwachsener, ruhiger Hund kann als Schutz empfunden werden und eher ängstliche Menschen durch seine eigene Ruhe beruhigen.

Mit Tieren ist es möglich, eine Beziehung aufzubauen, die emotionale und soziale Grundbedürfnisse stillt. Im Tier werden menschliche Qualitäten gesehen, oft solche, die man in anderen Menschen nicht mehr zu finden glaubt.

Tiere sind soziale Katalysatoren. Tiere sprechen nicht - wir müssen uns nonverbal mit Tieren verständigen. Wir müssen aufmerksam sein und uns in das Tier hineinversetzen, um es zu verstehen.

Einem Tier kann man nichts vormachen. Es fühlt den emotionalen Zustand seines Gegenübers, aber es bewertet ihn nicht (Du bist ein Versager, weil du jetzt Angst hast). Man kommuniziert nicht digital durch den Transport von Informationen, die steuerbar, verfälschbar, manipulierbar sind. Mit Tieren kommuniziert man analog, d.h. ehrlich und unbewußt. Man transportiert Stimmungen wie Gesten, Blicke, Körpersprache, Körperhaltung, Stimme, Sprachrhythmus.

Tiere in der Tiergestützten Therapie - Definition Therapie

Literatur:
Olbrich/Otterstedt: Menschen brauchen Tiere; Kosmos
Klimke: Gruppenbild mit Dackel;Warum wir Tiere brauchen; Hirzel
M. Gauly: Neuweltkameliden; Leitfaden für Halter, Züchter und Tierärzte; Parey
Otterstedt: Tiere als therapeutische Begleiter; Kosmos

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